
Amalgamverbot ab 2025
Amalgamverbot ab 2025: Was bedeutet das für die Zahnarztpraxis?
Zum 1. Januar 2025 tritt in der EU ein umfassendes Verbot von Dentalamalgam in Kraft. Basierend auf der EU-Quecksilberverordnung (VO (EU) 2017/852) endet damit die Ära des Amalgams in der Zahnmedizin. Zahnärztinnen und Zahnärzte sind gefragt, sich auf alternative Materialien einzustellen, die die besonderen Eigenschaften von Amalgam ersetzen können.
Warum ein Amalgamverbot?
Dentalamalgam, eine Mischung aus Quecksilber und Metalllegierungen, war lange ein Standardmaterial aufgrund seiner Haltbarkeit und Wirtschaftlichkeit. Die Risiken des Quecksilbers für Umwelt und Gesundheit führten jedoch zur Minamata-Konvention und in der EU zur Festlegung strikter Regularien.
Wer ist betroffen?
Das Verbot betrifft vor allem gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten in Deutschland, die bislang Amalgamfüllungen als Sachleistung erstattet bekamen. Insbesondere im Seitenzahnbereich wird Amalgam seit jeher aufgrund seiner Langlebigkeit und Robustheit bevorzugt. Mit dem neuen Verbot müssen Zahnärztinnen und Zahnärzte nun Alternativen finden, die ähnliche Eigenschaften bieten, ohne dabei die Umwelt oder die Gesundheit der Patienten zu belasten.
Alternative Füllungsmaterialien für die Füllungstherapie
Auch wenn es kein Material gibt, das exakt alle Eigenschaften von Amalgam übernimmt, haben sich in den letzten Jahren verschiedene Alternativen etabliert. Dazu zählen:
- Kompositfüllungen: Diese bieten eine hohe Festigkeit und zahnfarbene Ästhetik, erfordern jedoch oft eine mehrschichtige Einbringung, was sie techniksensitiver macht als Amalgam.
- Selbsthärtende Materialien: Sie ermöglichen einen einfacheren und schnelleren Workflow, da sie ohne Polylampe verarbeitet werden können.
- Glasionomerfüllungen: Diese selbstadhäsiven Materialien benötigen keine zusätzlichen Adhäsivsysteme und eignen sich besonders für temporäre Restaurationen oder als Unterfüllungen.
Herausforderungen in der Anwendung
Der Umstieg von Amalgam auf alternative Materialien bringt Herausforderungen mit sich. Kompositmaterialien sind oft komplexer in der Verarbeitung, insbesondere in tiefen und breitflächigen Kavitäten. Zudem ist eine sorgfältige Feuchtigkeitskontrolle erforderlich, um eine optimale Haftung zu gewährleisten – eine Anforderung, die bei Amalgam weniger im Fokus stand. Matrizensysteme und Kofferdam können hier hilfreich sein, um stabile Bedingungen für eine erfolgreiche Restauration zu schaffen.
Was bedeutet das für Ihre Praxis?
Das bevorstehende Amalgamverbot ist mehr als eine regulatorische Anpassung – es bringt weitreichende Veränderungen für die zahnärztliche Praxis mit sich. Glücklicherweise gibt es heute bereits Alternativen, die dem gewohnten Workflow mit Amalgam sehr nahekommen. MULTIDENT unterstützt Sie dabei mit einer breiten Auswahl an Produkten, die die Anforderungen an moderne Füllungsmaterialien erfüllen. Durch eine frühzeitige Auswahl und Testphase der geeigneten Alternativen können Praxen den Übergang reibungslos gestalten.